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So Du aber stille lauschest, o liebe Leserin, o hoch geschätzter Leser, magst Du darüber hinaus die Stimmen der Presse vernehmen. Oder halte einfach die Augen offen und Deinen Mund geschlossen und lies:

 

Luther!

Jens Ullmann spielte in der Stadtkirche den Reformator.

Quelle: dk-online, Photo: Andreas Nistler

 

„Wenn Gott keinen Spaß versteht, möchte ich nicht im Himmel sein“

Jens Ullmann verkörpert in der Stadtkirche Martin Luther  

Delmenhorst (JDI). Unter dem Motto „Wenn wir täten, was wir sollten ...“ ist in der Stadtkirche am Sonntag der Reformationstag zelebriert worden. Vor 493 Jahren schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Der Schauspieler Jens Ullmann interpretierte in einem rund zweistündigen Vortrag eindrucksvoll Auszüge aus Luthers Schriften. Begleitet wurde der Schauspieler von Michael Brockmann an der Orgel.

[...] Wenn man nicht wüsste, dass Luther [tot] ist, hätte man am Sonntag in der Kirche meinen können, dass nicht ein Schauspieler sondern der Reformator höchst persönlich vor einen stand, so originalgetreu von Sprache, Gestik, Mimik und Aussehen hat Jens Ullmann Martin Luther verkörpert. 

Delmenhorster Kreisblatt von Dienstag, 02. November 2010

 

Dies Bildnis ist bezaubernd schön!  

Delmenhorster Kreisblatt von Donnerstag, 17. Juni 2010 

 

Schiefe Töne werden verziehen

Realschüler starten jährliche Reihe und zeigen ihr Können

VON VIOLA DIEM

Delmenhorst. Wem hatten die Delmenhorster Anwohner wohl die Töne zu verdanken, die am Donnerstagabend durch die offenen Fenster der Realschule an der Holbeinstraße huschten? Antwort: 35 Schülern, die beim ersten Praeludium der Schule ihr musikalisches und schauspielerisches Können unter Beweis stellen konnten. [...] Der Abend hielt noch einige Höhepunkte bereit. [...] Schüler zwischen 14 und 16 Jahren amüsierten mit dem Stück "Wir werden sterben", das nicht im Ansatz so blutrünstig ist, wie es klingt. Inhaltlich reisten zwei Mädchen mit Hilfe einer vorlauten Zeitmaschine in die Vergangenheit und auch in die Zukunft und machen dort Bekanntschaft mit Fischverkäuferinnen und Vampiren.

Sehr gelacht wurde auch bei dem Stück "Die Zaubertröte", das Schüler der 5. Klassen zeigten. Jens Ullmann, der Theaterpädagoge, hat ganze Arbeit geleistet. Auch die Beiträge der Sing-, Musik- und Trommel-AG konnten überzeugen [...].

Delmenhorster Kurier von Samstag, 19. Juni 2010

 

Ein kurzweiliges Vergnügen

Von Nicole Schaake-Baumann

Bei Weitem das Beste, was Delmenhorsts Bühnenszene in letzter Zeit zu bieten hatte, war am Mittwoch im Saal der Villa zu erleben. Am kommenden Mittwoch liegt dort erneut „der Kaiser in der Schublade“.

„Mit den Grüßen meiner Frau sag ich addio addio, herzlich Ihr G. Verdi“ – zahlreiche Briefe zwischen dem großen Komponisten und seinem Librettisten Arrigo Boito standen im Mittelpunkt der szenischen Lesung mit Opernsänger Jan Friedrich Eggers und Theaterpädagoge Jens Ullmann (als Giuseppe Verdi). [...] Der Briefwechsel zwischen Verdi und Boito wurde nicht nur vorgetragen, er wurde auf der Bühne launig gelebt.

„Verdi und der Kaiser in der Schublade“ ist ein kurzweiliges Vergnügen, das in das Herz des berühmten Komponisten blicken lässt, der den Librettisten hoch schätzte, mit ihm scherzte, mitfühlte, die „krummen“ Noten geradebog und ihn letztlich auch „kaiserlich“ motivierte.

Deutlich wurde zudem die künstlerische Exzentrik Giuseppe Verdis, von der sich sein Freund Boito jedoch nicht beeindrucken ließ. Im Gegenteil. Mit Witz und Geschick wickelte er den Komponisten um seine „Feder“, handelte mit ihm Verse aus und übte konstruktiv Kritik an seinem Werkschaffen.

Die Briefe zwischen Verdi und Boito sind menschlich, von tiefer Zuneigung geprägt, sie sind melancholisch – manchmal sogar gemein – und ganz besonders komisch.

Im Zentrum dieser Komik stand Boitos unvollendete Nero-Oper. Ebensolche wurde in Manier eines Slapsticks mit einer defekten Schubladenkommode immer wieder ins rechte Licht gerückt.

„Armer Maestro, wie schön war er, wie tapfer bis zum Ende“ – sagt Boito nach Verdis Tod. Leider war auch die szenische Lesung nach zwei kurzweiligen Stunden vorbei, obwohl man den Vortragenden noch länger hätte lauschen mögen.

Delme Report von Sonntag, 27. September 2009

 "Und weiter?" - "Nichts weiter."

 Quelle: delmereport.de / Photo: et.

Ein Abend wie in der Oper

„Der Kaiser in der Schublade“ bietet anspruchsvolle Unterhaltung / Weitere Aufführung am 30. September 

Von Günter Matysiak

Delmenhorst. Wer war Arrigo Boito? Opernliebhaber, besonders Verdi-Fans, werden wissen, dass er die Libretti zu Verdis Opern „Othello“ und „Falstaff“ geschrieben hat und die erfolgreiche Umarbeitung des „Simon Boccanegra“ zu verantworten hatte. Aber Genaueres? Das gab es am Mittwochabend im ( [...] für ein solch elitäres Unterfangen gut besuchten) Saal der Villa.

Dort kam mit „Der Kaiser in der Schublade“ ein Stück Lese-Theater von Jan Friedrich Eggers zur Uraufführung. Der Autor hat den Briefwechsel zwischen Giuseppe Verdi und Arrigo Boito bühnentauglich hergerichtet und das Zwei-Personen-Stück auch sehr bühnenwirksam inszeniert. [...]

Aus dem anfänglichen Sich-Beschnuppern, in dem auch trennende Missverständnisse ihren Platz hatten, gelangte man zu höchster gegenseitiger Wertschätzung, zu tiefer Freundschaft und Boito gehörte zu denen, die an Verdis Totenbett saßen. [...]

Jens Ullmann gab den Verdi als jovialen, fast etwas behäbigen Mann, der dem 30 Jahre jüngeren Boito bisweilen fast mit Überheblichkeit begegnete. Jan Friedrich Eggers war der leidenschaftliche, der drängende, auch der sich für Verdi gleichsam aufopfernde Boito. Er war nämlich nicht nur Dichter, sondern auch Komponist, hatte eine wenig erfolgreiche Oper geschaffen und begann damit, eine andere mit dem Titel „Nero“ zu komponieren. Der „Kaiser“ aber lag meistens in der Schublade, und obwohl Verdi immer drängte, er soll den „Nero“ fertig stellen, wurde daraus nichts. Eine Szene, in der Boito komponierend am Tisch sitzt, aber von der meisterlichen Musik Verdis bedrängt wird und daran verzweifelt, deutete Gründe an. [...]

Hübsch [...] war der Einfall, Briefe mit gefalteten Briefschwalben zu verschicken – flogen sie schnell, war es halt ein Telegramm. [...]

Licht, Requisiten, eine penetrant sich gebärdende Kommode mit dazugehören Fußtritten waren guter Teil des Ganzen. [...]

Ein Abend wie in der Oper: Man hatte vielleicht nicht alles mitgekriegt, war aber anspruchsvoll, anregend unterhalten worden. Langer Applaus.

Delmenhorster Kurier von Freitag, 25. September 2009

 

Arrigo Boito lauscht Giuseppe Verdi

Quelle: dk-online, Photo: Andreas Nistler 

  

Händedruck von Verdi: ein bewegender Moment für Boito

Jan Friedrich Eggers und Jens Ullmann zeichnen Charakterstudie aus Briefen

[…]

VON JULIA BRÜNNER

DELMENHORST. Hinter den Kulissen der Opernbühne geht es nicht minder dramatisch zu: Komponist Giuseppe Verdi und sein Librettist Arrigo Boito geben selbst zwei solch spannungsreiche Charaktertypen, dass sie ohne weiteres selbst als Darsteller eines Bühnenstoffes überzeugen könnten. Dieses Potenzial haben die Delmenhorster Jan Friedrich Eggers und Jens Ullmann erkannt und mit einem eigenen Programm, einer szenischen Lesung, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das anspruchsvolle Lese-Theater „Verdi und der Kaiser in der Schublade“ hat das Duo am Mittwoch vor 50 Zuschauern in der Villa aufgeführt.

Aus einem reichen Fundus an Briefen schöpfen Eggers (Boito) und Ullmann (Verdi), beide aus der freien Theaterszene bekannt, um dem wohl erfolgreichsten italienischen Komponisten und den in seinem Schatten stehenden Mitstreiter und gleichzeitig Kontrahenten ein menschliches Antlitz zu geben. Auf der Bühne lesen sie nicht starr vor, sondern setzen die Momente geschickt in Szene. Verdi faltet die Briefe zu Papierfliegern, wenn er ein Telegramm losschickt. Am Flipchart versucht Verdi die Handlung der gemeinsamen Oper Simon Boccanegra nachzuvollziehen, während Boito vorliest. Eggers stellt den Boito mit großen Gesten und Posen als einen nach Perfektion strebenden Komponisten dar. In sich ruhend gibt Ullmann gemächlicher den älteren Verdi.

Wie eng die beiden sich doch verbunden fühlen, wird in dem Monolog vor der Pause deutlich. Boito schildert einen für ihn bewegenden Moment, als Verdi ihm die Hand nach erfolgreicher Opernpremiere drückt. […] Ein Verdi-Programm ohne Musik wäre undenkbar. Deshalb bereichern Musikbeispiele […] die Dialoge.

Delmenhorster Kreisblatt von Freitag, 25. September 2009

 

 

"Leben Sie wohl und lieben Sie mich"

Jens Ullmann schlüpfte in die Rolle des Dichters Friedrich Schiller und spazierte durch die Graftanlagen 

Von Manon Westphal

Delmenhorst. So manch ein Spaziergänger, der am Mittwochabend durch die Graftanlagen schlenderte, wird sich gewundert haben. Da lief Friedrich Schiller am Wasser entlang und trug leidenschaftlich gestikulierend seine Texte vor. Tatsächlich war es Jens Ullmann, der in der Rolle des berühmten Dichters Ausschnitte aus den Werken Schillers rezitierte. Die Buchhandlung Ruppert hatte anlässlich des 250. Geburtstags von Schilller zu einem literarischen Rundgang durch die Graft eingeladen.

Selbst die Organisatoren der Veranstaltung wussten zu Beginn nicht genau, was die Gäste während des Spaziergangs erwartete. Die 50 Literaturbegeisterten, die der Einladung der Buchhandlung gefolgt waren, machten sich deshalb neugierig auf den Weg zur Burginsel. Sie staunten nicht schlecht, als am anderen Ufer plötzlich Schauspieler Jens Ullmann in weißem Rüschenhemd, lila Weste und Kniebundhose hinter einem Busch hervorkam, und lautstark eine Szene aus "Wilhelm Tell" vorlas. Als er sie beendete, hielt er für kurze Zeit inne, lief weiter zu einer anderen Stelle in den Graftanlagen, und gab eine weitere Textpassage zum Besten. 

Auf diese Weise wechselte Ullmann immer wieder die Kulisse und führte das Publikum nicht nur einmal um die Burginsel herum, sondern bot auch ein ebenso abwechslungsreiches Programm aus Schillers literarischem Schaffen. Neben Ausschnittten aus "Wilhelm Tell", "Die Räuber" oder "Don Carlos" inszenierte er auch Gedichte und Balladen.

"Bei der Auswahl der Stücke habe ich mich gefragt, was am Besten in die Atmosphäre hier passt", erzählte Ullmann. Da die Graft eine ganz eigene Bühne darstelle, sollten die Texte mit dem Thema Natur zusammenhängen. Der 41-jährige Schauspieler, der seit 25 Jahren in dem Beruf arbeitet und auch als Theaterpädagoge tätig ist, wollte mit der Textauswahl aber noch etwas anderes erreichen. "Schiller war jemand, der immer zwischen Nähe und Distanz schwankte", sagte Ullmann. "Er hatte viele Freunde und brauchte dennoch die Einsamkeit - das wollte ich zum Ausdruck bringen."

Bei den Besuchern kam Ullmanns Inszenierung an. "Das war einfach spitzenmäßig", fand Werner Fruhner, der aus dem Ammerland nach Delmenhorst gekommen war. Er habe vor allem überrascht festgestellt, wie viele Redewendungen im heutigen Sprachgebrauch auftauchen, die aus Schillers Werken stammen. Da gibt es zum Beispiel die berühmten "Bretter, die die Welt bedeuten". Auch Birgitt Lage war begeistert. "Als Schülerin habe ich Schiller immer als Pflichtlektüre empfunden, aber heute war es für mich purer Genuss", sagte die Delmenhorsterin. 

Beate Solleder von der Buchhandlung Ruppert kündigte bereits an, dass der Schiller-Spaziergang wohl nicht die letzte literarische Veranstaltung in diesem Rahmen war. [...] Vielleicht wird dann ja auch Jens Ullmann wieder mit von der Partie sein. Fürs Erste verabschiedete er sich von dem Publikum mit seinem persönlichen Lieblingszitat von Schiller: "Leben Sie wohl und lieben Sie mich, es ist nicht einseitig."

Delmenhorster Kurier von Freitag, 28. August 2009 

 

Johann C. F. S.

 Quelle: dk-online, Photo: Butschbach

Beim Graftspaziergang auf Spuren Schillers

Aufführung zum Schillerjahr begeistert 50 Zuschauer

Dramatisch, teilweise humorvoll und unglaublich kurzweilig ist der gestrige, literarische Abendrundgang durch die Graftanlagen gewesen. [...]

Von Katja Butschbach.

DELMENHORST. Mit dunklen Kniebundhosen, lilafarbener Weste und weißem Hemd als Friedrich Schiller verkleidet erwartet der Theaterpädagoge Jens Ullmann in den Graftanlagen seine Zuschauer. Mit Zitaten aus dem Werk des großen Dichters führte er rund 50 Gäste durch das Grün, zur Burginsel und zum Rathaus. In den rezitierten Texten ging es oft um die Natur – passend zu dem Spaziergang. Aber auch Ausschnitte, in denen der Charakter Schillers deutlich wurde, hat Ullmann ausgewählt. [...]

In der Buchhandlung Ruppert, die den literarischen Spaziergang organisiert hatte, gab es am Ende einen Schlussauftritt Ullmanns, Prosecco und Schillerlocken. Ullmann bekam langen Applaus [...].

Ullmann hatte die Idee, einen Spaziergang mit einer Aufführung zu verbinden, sofort begeistert. Bei seinen Vorbereitungen half ihm Viola Meyer, mit der er schon öfter auf der Bühne gestanden hatte. Der literarische Spaziergang wird nicht die letzte Aufführung dieser Art gewesen sein, meint Ruppert-Leiterin Beate Solleder. Falls sich im kommenden Jahr ein gutes Thema ergibt, sei eine Fortführung im Sommer 2010 denkbar.

Delmenhorster Kreisblatt von Donnerstag, 27. August 2009

 

Busch solo

Photo: Christina Körner

Jens Ullmann rezitiert Wilhelm Busch

Auch als Solist verstand es Jens Ullmann am Donnerstag in der Buchhandlung Lesezeichen-Dauelsberg mit dem Programm „Wihelm hinter dem Busch“ zu überzeugen. Mit rund 70 Zuhörern war die Lesung – wie bereits im September – ausgebucht. „Er hat uns Wilhelm Busch wieder ein Stückchen näher gebracht“, sagte Mitarbeiterin Ellen Knehe.

Delmenhorster Kreisblatt von Sonnabend, 24. Januar 2009

 

Busch & Muse (als Engel auf dem Lilienstengel)

Quelle: dk-online, Photo: Bettina Pflaum

Von einem Künstler, der sich selbst nicht schätzte

Lesung „Wilhelm hinter dem Busch“ begeistert rund 90 Zuhörer bei Lesezeichen Dauelsberg

Von Eva Maria Connemann

DELMENHORST. [...] Anlässlich des 100. Todestages des gebürtigen Niedersachsen veranstaltete die Buchhandlung Leszeichen- Dauelsberg eine Lesung mit dem Titel „Wilhelm hinter dem Busch“. Gespickt mit vielen Zitaten aus seinen Werken und Aussprüchen desselben, brachten Jens Ullmann und Viola Meyer den rund 90 Gästen den Dichter und Zeichner näher. [...] Meyer und Ullmann nutzten die Treppe inmitten der Buchhandlung als Bühne und untermalten das Gelesene mit vielen Accessoires. So fehlten weder die für Busch typische Pfeife noch ein guter Jägerschluck. Sogar Seifenblasen dienten den beiden zur Intensivierung der Atmosphäre. [...] Jens Ullmann gelang es durch seine selbst konzipierte Lesung, den Gästen Wilhelm Busch nicht nur als Literaten und Künstler näherzubringen sondern auch als privaten Menschen, der über sich selbst und sein Talent nicht unbedingt positiv dachte. Stimmgewaltig und unterhaltsam gelang es Ullmann und Meyer, ihr Publikum zu begeistern. [...]

Delmenhorster Kurier von Donnerstag, 25. September 2008 

 

Beklemmende Einblicke in das Ende eines Großen

Lesung über Schumanns letzte Jahre

DELMENHORST /DH. Bonn, 31. Juli 1856: Ein feierlicher Trauerzug bewegt sich langsam durch die rheinische Universitätsstadt, gesäumt von unzähligen Bürgen, die einen Blick auf den Sarg erheischen wollen. Darin liegt ein überaus prominenter toter Zeitgenosse: Robert Schumann, der mit erst 46 Jahren verstorbene große Pianist.

Delmenhorst, Dienstagabend, 31. Oktober 2006: Draußen ist es nasskalt und ungemütlich. Da ist es drinnen in der Buchhandlung Ruppert schon viel angenehmer, mollig warm. Rund 50 Gäste haben sich eingefunden zu einer Veranstaltung der besonderen Art, einer faszinierenden Mischung aus Lesung und Kammerspiel. Sie beginnt mit der eingangs geschilderten Szene, dann erfolgt die Rückblende ins Jahr 1854, als Schumann immer mehr von „Gehörstäuschungen“ und Wahnvorstellungen gepeinigt wird. Bald wir die Einweisung in eine private Heilanstalt in Endenich bei Bonn unausweichlich, wo er, getrennt von seiner ihn vergötternden Frau Clara, seine letzten beiden Lebensjahre verbringt.

In einem perfekt aufeinander abgestimmten Wechselspiel von Zitaten aus Clara Schumanns Tagebuch, Zeitungsartikeln, Krankenberichten und Äußerungen von Freunden wie Johannes Brahms sowie szenischen Darstellungen wird die Leidenszeit des großen Musikers und die Anteilnahme von Clara, Freunden und dem Pfleger Klingelfeld auf beklemmende Art lebendig. Zusammengestellt und dargeboten wurde die ungewöhnliche Lesung von der Musical-Darstellerin Inga Jamry, dem […] freischaffenden Theaterpädagogen Jens Ullmann sowie der Germanistin und freischaffenden Künstlerin Viola Meyer.

Delmenhorster Kreisblatt von Donnerstag, 2. November 2006

 

Clara & Robert, Klingelfeld & Brahms u.a.

  

Traurige theatralische Lesung

Drei Künstler stellen die letzten Lebensjahre des Komponisten Robert Schumann dar

Von unserem Mitarbeiter Marco Wingert

DELMENHORST. Während draußen in der Dunkelheit Kinder von Tür zu Tür zogen, um Süßigkeiten zu Halloween zu sammeln, drehte sich am Dienstagabend in der Buchhandlung Ruppert alles um ein eher trauriges, denn schauriges Thema: Eine Lesung über die letzten Lebensjahre des Komponisten Robert Schumann (1810 – 1856).

Die Leser – oder Darsteller – Inga Jamry, Jens Ullmann und Viola Meyer kündigten im Vorwege eine „theatralische“ Lesung an. Und genau das sahen und hörten die über 40 Zuhörer auch. Die Darbietung der Künstler ging weit über das Lesen von Textpassagen hinaus. Sie verkörperten Schumann und die Personen aus dessen Umfeld in gespielten Szenen. Robert Schumanns Part übernahm Ullmann, die traurigen Briefe seiner Frau trug Jamry vor. Besonders diese gefühlsbetonten Schreiben Clara Schumanns ließen die Zuhörer das Drama der schweren geistigen Erkrankung des Komponisten nachempfinden. In vielen Briefen schildert sie den Zustand ihres Mannes, der ab Anfang 1854 zunehmend unter Wahnvorstellungen litt. Schumann hörte oft Musik, die ihm angeblich Engel und Dämonen sandten. Zudem litt er unter Anfällen. Er war sich seines Zustands aber so weit bewusst, dass er sich auf die Einweisung in eine Anstalt vorbereitet, in die er nach einem Selbstmordversuch dann auch tatsächlich eingeliefert wurde.

In den folgenden zwei Jahren sah Clara Schumann ihren Mann nur noch ein Mal, nämlich einen Tag vor seinem Tod. Zwischenzeitlich brachte sie ein Kind zur Welt und sorgte für den Unterhalt der Familie. Bis zuletzt hoffte sie auf eine Rückkehr ihres Mannes. Anschaulich stellten die drei Künstler auch die ärztliche Behandlung Schumanns dar. Passagen aus Peter Härtlings Buch „Schumanns Schatten“ ergänzten sie dabei mit Artikeln aus Zeitschriften jener Zeit und weiteren Quellen. Dabei erfuhren die Zuhörer nicht nur Einzelheiten der Maßnahmen, mit denen der verwirrte Schumann behandelt wurde, sondern erhielten auch tiefe Einblicke in die medizinische Wissenschaft des 19. Jahrhunderts.

Chronologisch geordnet und immer wieder die Blickwinkel der Beteiligten wechselnd folgten Jamry, Ullmann und Meyer den Weg Robert Schumanns bis zu seinem Tod am 29. Juli 1856. Aufgrund des großen Interesses hat die Buchhandlung Ruppert vor, eine zweite Lesung zu veranstalten. 

Delmenhorster Kurier von Donnerstag, 2. November 2006

 

Das Sein vor dem Nichtsein

Bildquelle: Delmenhorster Kurier 

Moderner Hamlet garniert mit Musik und Tanz

Realschule Holbeinstraße präsentierte Ergebnisse verschiedener Arbeitsgemeinschaften

Von unserer Mitarbeiterin Ute Winsemann

DELMENHORST. Sein oder nicht sein? Nicht sein, nimmt das Schicksal Hamlet die Antwort aus der Hand. Schon in William Shakespeares Original-Drama, und erst recht in der Version, die der Holbein Theater Trupp am Dienstag auf die Aula-Bühne der Realschule West brachte. Da war nicht nur der Prinz von Dänemark, sondern auch seine ganze Familie samt Hofstaat nach einer guten halben Stunde tot.

Was zwar grundsätzlich zu bedauern war, aber durchaus auch seine Vorteile hatte. Insbesondere den, dass rund um die Aufführung im Mittelpunkt einer Präsentation von Ergebnissen verschiedener Arbeitsgemeinschaften der Schule noch reichlich Zeit für musikalische und tänzerische Einlagen war.

Mit einem angesichts der vielen Theatertoten geradezu prophetischen "Knockin´ on Heaven´s Door" eröffnete die Musik-AG den Abend und lud, unterstützt von der Sing-AG, das Publikum mit Rod Stewarts Rock-Schnulze "Sailing" dann auf den Seeweg Richtung Schloss Helsingör ein.

Dort wurde es schon von einer zickigen Wilma Shakespeare, der ihr Stück immer wieder aus den Händen zugleiten drohte, erwartet sowie von Sherlock Holmes und Dr. Watson, die der Fäulnis im Staate Dänemark auf den Grund gehen wollten. Im Zeitraffer und in einer immer wieder Gelächter hervorrufenden Mischung aus Original und moderner Anverwandlung war dann zu erleben, wie Hamlet den Tod seines Vaters rächen will und dabei nacheinander alle in den Tod reißt. Einschließlich seiner selbst und seiner geliebten Ophelia, die sich angesichts des Grauens um sie herum als letzte mit einer Wasserpistole das Leben nimmt. Woraufhin Holmes kombiniert, dass das Wasser vergiftet gewesen sein müsse.

[...]

Delmenhorster Kurier von Donnerstag, 13. Juli 2006

  

Musik, Theater und Tanz an der Holbeinschule

Ein facettenreiches Programm mit Elementen aus Musik, Tanz und Theater präsentierten gestern die Schüler der Realschule an der Holbeinstraße gestern dem Publikum in der Aula der Schule. Gezeigt wurden die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaften. So führte die Theater-AG "Holbeins Theater Trupp" unter Leitung von Jens Ullmann eine Kurzfassung von Shakespeares Hamlet auf, bei der auch die Detektive Sherlock Holmes und Dr. Watson zum Zuge kamen. [...] Die Schüler präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeitsgemeinschaften neben einer schulinternen Vorstellung am Morgen auch erstmals der Öffentlichkeit bei einer zweiten Auflage am Abend. [...] (Marcel Ruge)

Delmenhorster Kreisblatt von Mittwoch, 12. Juli 2006 

 

 

 

 

 Quelle: Delmenhorster Kurier, Photo: Tammo Ernst

Johannes Mitternacht STTS * (Jens Ullmann, Schreibtischler & Theaterschmied)